Sigmar Gabriel und Holger Rogall fordern ökologische Grundlagen des Wirtschaftens

15.04.2008
Holger Rogall zeigt in seinem neuen Buch Entwicklungsperspektiven auf | Buchpräsentation mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am 06.05.2008, 17:30 Uhr, Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Wiesbaden, 15. April 2008. Auch 16 Jahre nach der Erklärung der nachhaltigen Entwicklung zum neuen Leitbild der Menschheit herrscht keine klare Vorstellung darüber, welche konkreten Ziele und Prinzipien ein nachhaltiges Wirtschaften zu verfolgen hat.
Holger Rogall erläutert in seinem Buch
die zentralen Aussagen zur ökonomischen Theorie eines nachhaltigen Wirtschaftens. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Gesellschaft für Nachhaltigkeit (GfN), der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW), Berlin 21 e.V. und des VS Verlages stellt der Autor das Buch
am 06. Mai 2008 um 17:30 Uhr in der FHW in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vor. Neben einer Podiumsdiskussion zum Thema "Brauchen wir eine nachhaltige Ökonomie" sind hier auch Vorträge von
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und
Professor Dr. Peter Hennicke geplant.
Für die großen globalen Probleme des 21. Jahrhunderts hat die traditionelle Ökonomie weder eine ausreichende Erklärung noch erfolgversprechende Konzepte zur Lösung. Empirisch nachweisbar ist heute das Versagen der neoliberalen Theorie, die weder Hunger, Verteilungsungerechtigkeit und Armut beseitigen konnte noch ein Konzept für die Übernutzung der natürlichen Lebensgrundlagen zu bieten hat. Teile der Politik und Bürgergesellschaft haben schon 1992 auf der „Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung“ in Rio de Janeiro erkannt, dass die derzeitigen Entwicklungstrends nicht zukunftsfähig sind und als neue Leitidee eine Nachhaltige Entwicklung beschlossen. Die traditionelle Ökonomie hat diese Zäsur noch nicht wahrgenommen, sie lehrt weiterhin die Theorien des Marktliberalismus. So wie die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre die sogenannte „keynesianische Revolution“ hervorbrachte, die den Wirtschaftsliberalismus für 50 Jahre zurückdrängte, sieht Holger Rogall aufgrund der zunehmenden globalen Probleme erneut die Zeit für eine „Revolution des ökonomischen Denkens“ gekommen. Die Grundlagen für eine derartige „nachhaltige (ökologische) Ökonomie“ hat der Hochschullehrer in seinem Lehrbuch zusammengefasst. Er schafft hiermit auch die theoretischen Grundlagen für die von Bundesumweltminister Gabriel geforderte ökologische Industriepolitik.
Eine Alternative zur traditionellen Ökonomie versucht die ökologische Ökonomie mit ihren zahlreichen neuen Studiengängen in Deutschland zu formulieren. Professor Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie: „Umso erstaunlicher ist die begrenzte Verfügbarkeit deutschsprachiger Einführungen zu diesem Thema.“ Das Buch von Rogall schließt diese Lücke, indem es in didaktisch aufgearbeiteter Form die zentralen Aussagen der ökologischen Ökonomie und der neuen Umweltökonomie vermittelt. Das Buch erläutert die Hindernisse, die eine praktische Umsetzung der ethischen Prinzipien der intra- und intergenerativen Gerechtigkeit hemmen, formuliert aber auch die Potentiale menschlichen und politischen Eingreifens, indem es sich mit den notwendigen Instrumenten einer nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzt. Die Veranstaltung nimmt die optimistische Entwicklungsperspektive des Buches auf und diskutiert die Frage, ob die Zeit für neue Grundlagen des Wirtschaftens gekommen ist.
Dr. Holger Rogall ist Professor für Umweltökonomie an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin (FHW) sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung, Neue Umweltökonomie und Umweltrecht e.V. (GfN).
Anmeldungen zur Veranstaltung richten Sie bitte an
Karen Ehrhardt. Weitere Informationen zum Programmablauf finden Sie im unten anhängenden PDF.
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Bibliografie:
Eine Einführung
von Holger Rogall
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften,
2. Auflage 2008. 372 Seiten. Broschur. EUR 24,90
ISBN 978-3-531-16058-0