Das "rechte" Stereotyp

21.10.2008
Aktuelle Studie untersucht die Berichterstattung über Rechtsradikalismus in den deutschen Medien
Wiesbaden, 21. Oktober 2008. Die deutsche Presse hat schon aus historischen Gründen ein wachsames Auge auf die Entwicklungen des Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik. Forscher der Radboud-Universität im holländischen Nijmegen haben sich nun mit der Art und Weise der Berichterstattung in der , der sowie der beschäftigt. Die systematische Inhaltsanalyse hat ergeben, dass ein negatives Stereotyp vorherrscht. Die Untersuchungsergebnisse fasst ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift aus dem Wiesbadener
VS Verlag zusammen.
Anders als in den Niederlanden hat die Tagespresse in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr einheitlich über den Rechtsradikalismus berichtet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie holländischer Wissenschaftler, die den Zeitraum zwischen den Jahren 1986 und 2004 näher beleuchtet. Insgesamt wurden dabei mehr als 1600 Beiträge untersucht. Für alle drei untersuchten Tageszeitungen haben die Forscher eine einheitlich negative Berichterstattung nachgewiesen. Einzig der Umfang der Berichterstattung unterscheidet sich, denn die
Frankfurter Allgemeine Zeitung und die
Süddeutsche Zeitung haben ausführlicher über Rechtsradikalismus geschrieben als die
Bild-Zeitung.
Der Beitrag "Dealing with the 'devil of the past'. Attention to the far right in the German Press (1987-2004)" von Pytrik Schafraaf, Peer Scheepers und Fred Wester in der aktuellen Ausgabe 03/2008 der Fachzeitschrift
Publizistik beschreibt die Ergebnisse der Studie. In der Mehrzahl aller Fälle geht es in der Berichterstattung um Gesetzesverstöße und Gewaltdelikte. Die Ursache dafür, dass die deutschen Zeitungen ein derart "stereotypes" Bild der Rechten zeichnen, sehen die Forschen in der Sensibilisierung durch die deutsche Geschichte angesiedelt. Eine Entwicklung hin zu einer vielfältigeren Berichterstattung lässt sich nicht erkennen.
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