Standortfaktor Bildung?!

24.09.2009
VS-Autoren über Bildungschancen vor der Bundestagswahl
W
iesbaden, 24. September 2009. Mehr als 60 Millionen Bürger gehen am kommenden Sonntag zur Urne. Sie entscheiden dabei nicht nur über die Zusammensetzung des neuen Bundestags, sondern auch über die zukünftige Ausrichtung des deutschen Bildungssystems. Die Thematik ist komplex und bietet deshalb immer wieder Nährboden für populistische Forderungen. Wissenschaftlich fundiert beleuchten jetzt mehrere Autoren aus dem Wiesbadener VS Verlag das Thema Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven: Die Spanne reicht dabei vom Ausbau der Ganztagsschulen über Begabten- und Migrantenförderung bis hin zur Schulsozialarbeit.
Spätestens seit der Pisa-Studie ist klar: Bildung ist ein Standortfaktor. Die Auswirkungen dieser Erkenntnis sind auch in der Kommunalpolitik zu spüren. In ihrem Buch fragen die Herausgeber Peter Bleckmann und Anja Durdel nun, wie Schulen und Kommunen im jeweiligen Sozialraum zu Bildungspartnern werden können. Denn nur durch Vernetzung unterschiedlicher Ressorts und Ressourcen eröffnen sich optimale Bildungschancen für Kinder und Jugendliche.
Innerhalb der Schule stellt sich oft die Frage, wie, wann und wo Schülerinnen und Schüler gefördert werden können – die schlechten wie die guten. In seinem Buch stellt Diplom-Psychologe Tim Rohrmann die Ergebnisse eines Schulversuchs in Dresden vor. Unter anderem wurden bei diesem Projekt Fördermaßnahmen zusammen mit den Beteiligten entwickelt und erprobt. Fazit: Das Potenzial liegt in der integrativen Begabtenförderung, die auf der Differenzierung und der Individualisierung des Unterrichts und der Beteiligung der Kinder aufbaut.
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund durchlaufen das deutsche Bildungssystem, zumindest in Teilen. Ihre Förderung unterliegt allerdings ganz eigenen Anforderungen. Merle Hummrich zeigt in anhand der Biografien von sechs jungen Frauen die Möglichkeiten, aber auch Risiken, von Bildungserfolg auf. Die Studie legt einen Schwerpunkt auf den Umgang mit den Generationenbeziehungen in Familie und Schule.
Der Erfolg der unterschiedlichen Bildungskonzepte steht auch immer in direktem Zusammenhang mit der sozialen Lebenssituation von Schülerinnen und Schülern. Der Beruf des Schulsozialarbeiters hat deshalb in den vergangenen Jahren eine starke Professionalisierung erfahren. In dem Band beschreiben Nicole Pötter und Gerhard Segel nun die gegenwärtigen Möglichkeiten und Grenzen des Berufsfeldes.

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