Der Wähler, das unbekannte Wesen?

03.08.2005

Neueste Erkenntnisse aus der Wahlforschung / Jürgen W. Falter, Oscar W. Gabriel und Bernhard Weßels legen Analysen zur Bundestagswahl 2002 vor

Wiesbaden, 03. August 2005. Lediglich 6027 Wählerstimmen machten die SPD bei der letzten Bundestagswahl zum Sieger. Für die vorgezogenen Wahlen im September erwarten Wahlforscher dagegen einen eindeutigen Machtwechsel. Jedoch erschweren die sinkende Parteibindung und -identifikation der Wähler verlässliche Prognosen. Damit steht auch die Wahlforschung vor neuen Herausforderungen: Für etwa 40 Prozent der deutschen Wählerschaft existiert keine stabile Parteibindung mehr. Die Folge: Ein immer größerer Anteil an Wählern bildet sich in immer kürzerer Zeit ein Urteil über die personellen und programmatischen Angebote der Parteien. Dies macht den verkürzten Wahlkampf in diesem Sommer noch brisanter. Die renommierten Wahlforscher Jürgen W. Falter (Universität Mainz), Oscar W. Gabriel (Universität Stuttgart) und Bernhard Weßels (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) bieten mit der Neuerscheinung Wahlen und Wähler fundiertes Hintergrundwissen: Namhafte Experten untersuchen die vergangenen Bundestagswahlen, betrachten Politik und Wahlen im zeitlichen Verlauf, widmen sich den Grundsatzfragen der Wahlsoziologie und zeigen internationale Trends auf.

Der Band Wahlen und Wähler erscheint in der so genannten "Blauen Reihe" des VS Verlags für Sozialwissenschaften. Diese Reihe präsentiert seit ihrem Beginn 1980 umfassend und systematisch Analysen der Bundestagswahlen und über international relevante Ergebnisse der Wahl- und Wählerforschung. Der erste Teil der aktuellen Ausgabe analysiert die Bundestagswahl 2002 und umfasst u.a. Beiträge zum Wahlverhalten, zum Medieneinfluss und zu den Besonderheiten dieser Wahl, z.B. die Fernsehduelle der Kanzlerkandidaten. Die vier Beiträge des zweiten Teils präsentieren Längsschnittanalysen und stellen die Bundestagswahl in die Kontinuität bisheriger Wahlen in Deutschland. So wird z.B. nach der Bedeutung von Kandidatenorientierungen im Zeitverlauf oder nach Ost-West-Unterschieden im Wahlverhalten gefragt. Der dritte Teil bearbeitet Grundsatzfragen der Wahlsoziologie, z.B. wie weit Sachfragen die Wahlentscheidung beeinflussen, in welchem Maße dies der Kandidat vermag. Internationale Trends und der Vergleich mit anderen Ländern sind im vierten Teil enthalten und beschließen den Band. Insgesamt vermittelt das Buch einen Einblick in den Stand und die Kontinuität der deutschen Wahlforschung und ihren Anschluss an die internationale Wahlforschung.

Die Herausgeber Jürgen W. Falter, Oscar W. Gabriel und Bernhard Weßels stehen gerne für Interviews oder Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Der VS Verlag für Sozialwissenschaften mit Sitz in Wiesbaden ist ein Unternehmen der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media, Berlin.

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