Krise und Zukunft des Sozialstaates

04.08.2005

Ottmar Schreiner präsentierte am 02.08.2005 das neue Buch von Christoph Butterwegge in der Bundespressekonferenz

Wiesbaden, 04. August 2005. Die Sozialpolitik der Bundesrepublik hat sich nie zuvor so rasant gewandelt wie seit der Bundestagswahl 2002. Kaum jemand leugnet, dass sich der Sozialstaat in einer tiefen Krise befindet. Aber ist es tatsächlich eine Krise des Sozialstaates? Oder liegen die Ursachen dieser Entwicklung woanders? Der VS Verlag für Sozialwissenschaften präsentierte passend zum anlaufenden Wahlkampf am 2. August in der Berliner Bundespressekonferenz eine umfassende, aktuelle, kritische und vor allem faktenreiche Bestandsaufnahme der deutschen Sozialpolitik: Das Buch Krise und Zukunft des Sozialstaates des Kölner Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge. Rund 40 Journalisten diskutierten die zentrale These des Autors: "Der Sozialstaat wird seit Mitte der 1970er Jahre restrukturiert und demontiert, obwohl er weder Verursacher der damaligen Weltwirtschaftskrise oder der bis heute dauernden Beschäftigungskrise war, noch aus seinem Um- bzw. Abbau irgendein Nutzen für die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung des Landes erwächst." Zur Fotogalerie.

Laudator Ottmar Schreiner (MdB SPD) würdigte das Buch als "faktenreiche, fundierte und interessante Information zum aktuellen Modernisierungsstand". Moderator Richard Meng (Frankfurter Rundschau) sieht die Stärke des Buches darin, dass es den "sozialen Abbau über die Jahre hinweg eindrucksvol,l nachzeichnet und belegt". Autor Christoph Butterwegge hob in seinem Statement die Parallelen der Weimarer Republik zu heutigen Entwicklungen hervor: Der Ausspruch 'Sozial ist, was Arbeit schafft' findet sich heute in Wahlkampfreden wieder. Ohne soziale Sicherung, so der Kölner Armutsforscher, gibt es keinen sozialen Frieden.

Über das Buch:
Christoph Butterwegge verdeutlicht in seinem Buch, um welche Sachfragen und Kontroversen es bei der aktuellen Diskussion geht. Der Autor, Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln, stellt Zusammenhänge zwischen der Entwicklung des Weltmarktes, dem demografischen Wandel sowie den Strategien einflussreicher Gruppen der Gesellschaft her. Er beleuchtet dabei die Hintergründe der verschiedenen Konzepte und analysiert detailliert die Ursachen des Wandels in den letzten Jahren und die dabei verwendeten Argumentationen. Kernstück des Bandes ist eine kritische Bilanz der rot-grünen Sozialpolitik, die er mit jener der Kohl-Regierungen vergleicht. Butterwegge kommt zu dem Schluss, dass die rot-grüne Sozialpolitik ungeeignet ist, den Wohlfahrtsstaat als Jahrhundertprojekt zu retten. Insbesondere diese letzten drei Kapitel des Buches sind gespickt mit aktuellsten Fakten: Sie beleuchten die Fragen und Entwicklungen der letzten Jahre, die Diskussionen über den Wohlfahrtsstaat der Zukunft und die bisher wenig beachteten Alternativen zum neoliberalen Um- und Abbau des Sozialstaates.

"Die zuletzt flutartig gewachsene Fachliteratur bietet eine Fülle an Erklärungsmustern für die Krise, in der sich der Wohlfahrtsstaat befindet. Sie gibt aber wenig Aufschluss über die zugrundeliegenden Entwicklungsprozesse und Lösungsmöglichkeiten - von wohlfeilen Ratschlägen abgesehen. Die dahinter häufig verborgenen Interessen bleiben jedoch unerwähnt, obwohl sie erklären könnten, warum das Soziale gegenwärtig verstärkt unter Druck steht.", so Christoph Butterwegge.

Prof. Dr. Christoph Butterwegge steht für Interviews oder Fachbeiträge gerne zur Verfügung. Ausführlichere Thesenpapiere sind beim Verlag oder direkt beim Autor erhältlich.

Der VS Verlag für Sozialwissenschaften mit Sitz in Wiesbaden ist ein Unternehmen der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media, Berlin.

Kontakt:
Sonja Vollmer
PR-Referentin
Tel.: 0611-7878-394
Fax: 0611-7878-451
mailto: sonja.vollmer@gwv-fachverlage.de
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