Wahl 2005: Krise und Zukunft des Sozialstaates
01.09.2005
Vortrag und Diskussion mit Christoph Butterwegge /
14. September 2005, 19 Uhr, Pariser Hoftheater in Wiesbaden
Wiesbaden, 01. September 2005. Die Sozialpolitik der Bundesrepublik hat sich nie zuvor so rasant gewandelt wie seit der Bundestagswahl 2002. Kaum jemand leugnet, dass sich der Sozialstaat in einer tiefen Krise befindet. Aber ist es tatsächlich eine Krise des Sozialstaates? Oder liegen die Ursachen dieser Entwicklung woanders? Am 14. September 2005 ist
Christoph Butterwegge, ehemaliger Weggefährte Gerhard Schröders bei den Jusos und klarer Kritiker seiner heutigen Politik, zu Gast im (Spiegelgasse 9, Wiesbaden, Veranstalter ist das Pariser Hoftheater in Zusammenarbeit mit ATTAC Wiesbaden, Eintritt ist frei). Sein aktuelles Buch
ist im Wiesbadener VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen. Der Kölner Politikwissenschaftler bietet darin eine umfassende, aktuelle, kritische und vor allem faktenreiche Bestandsaufnahme der deutschen Sozialpolitik: Zentrale These: "Der Sozialstaat wird seit Mitte der 1970er Jahre restrukturiert und demontiert, obwohl er weder Verursacher der damaligen Weltwirtschaftskrise oder der bis heute dauernden Beschäftigungskrise war, noch aus seinem Um- bzw. Abbau irgendein Nutzen für die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklung des Landes erwächst."
Christoph Butterwegge macht deutlich, um welche Sachfragen und Kontroversen es bei der aktuellen Diskussion geht. Er stellt Zusammenhänge zwischen der Entwicklung des Weltmarktes, dem demografischen Wandel sowie den Strategien einflussreicher Gruppen der Gesellschaft her. Er beleuchtet dabei die Hintergründe der verschiedenen Konzepte und analysiert detailliert die Ursachen des Wandels in den letzten Jahren und die dabei verwendeten Argumentationen. Kernstück des Buches ist eine kritische Bilanz der rot-grünen Sozialpolitik, die er mit jener der Kohl-Regierungen vergleicht. Butterwegge kommt zu dem Schluss, dass die rot-grüne Sozialpolitik ungeeignet ist, den Wohlfahrtsstaat als Jahrhundertprojekt zu retten. Insbesondere diese letzten drei Kapitel des Buches sind gespickt mit aktuellsten Fakten: Sie beleuchten die Fragen und Entwicklungen der letzten Jahre, die Diskussionen über den Wohlfahrtsstaat der Zukunft und die bisher wenig beachteten Alternativen zum neoliberalen Um- und Abbau des Sozialstaates.
"Die zuletzt flutartig gewachsene Fachliteratur bietet eine Fülle an Erklärungsmustern für die Krise, in der sich der Wohlfahrtsstaat befindet. Sie gibt aber wenig Aufschluss über die zugrundeliegenden Entwicklungsprozesse und Lösungsmöglichkeiten - von wohlfeilen Ratschlägen abgesehen. Die dahinter häufig verborgenen Interessen bleiben jedoch unerwähnt, obwohl sie erklären könnten, warum das Soziale gegenwärtig verstärkt unter Druck steht.", so Christoph Butterwegge.
Chirstoph Butterwegge zum
Der VS Verlag für Sozialwissenschaften mit Sitz in Wiesbaden ist ein Unternehmen der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media, Berlin.