Prostitution hat viele Gesichter

logo 12.12.2005

Sabine Grenz legt Interview-Studie über den Konsum sexueller Dienstleistung von Männern vor / Dialog-Lesung am 16. Januar 2006 im Museum der Arbeit in Hamburg

Wiesbaden, 12. Dezember 2005. Ist Sexarbeit ein Beruf wie jeder andere? Wie sehen Prostituierte ihre Arbeit? Wie sehen die Beziehungen von Macht, Geld und Potenz in der Prostitution aus? Viele Fragen, viele Geschichten und wenig (wissenschaftlich) fundierte Aussagen. Sabine Grenz hat mit (Un)Heimliche Lust eine kulturgeschichtliche und empirische Studie vorgelegt, in der sie grundlegende Fragen der Prostitutionsdebatte wissenschaftlich bearbeitet - zum Beispiel darüber, ob Prostitution einen Beitrag zur sexuellen Freiheit leistet. Am 16. Januar 2006 stellt Frau Grenz im Rahmen der Ausstellung Sexarbeit im Museum der Arbeit in Hamburg das Buch der Öffentlichkeit vor.

Unter Leitung der Museums-Kuratorin Dr. Elisabeth von Dücker beginnt die Buchpräsentation um 18:30 Uhr (Treffpunkt im Museums-Foyer, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg, direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek) mit einer kurzen Stippvisite durch den Roten Salon und die Ausstellungskabinette der Lebens- und Mythenwelt um die Geschichte der Prostitution. Anschließend liest Frau Grenz im Seminarraum des Museums aus ihrem Buch. Außergewöhnlich: Sie ist ausgebildete Schauspielerin und stellt in einer Dialoglesung mit einem Schauspielkollegen ihre analysierten Interviews mit den Freiern nach.

Der Konsum sexueller Dienstleistung floriert und ist dennoch ein Tabuthema. Sexarbeit ist eine traditionsreiche Dienstleistung und stellt mit 14 Milliarden Euro Jahresumsatz einen beträchtlichen Wirtschaftsfaktor in Deutschland dar. Doppelmoral, Scheinheiligkeit und Ausgrenzung sind aber nach wie vor an der Tagesordnung. Sabine Grenz leistet mit ihrer wissenschaftlichen Untersuchung einen Erkenntnisbeitrag zu diesem Themenkomplex. Sie analysiert die feministische Debatte über Prostitution genauso wie die Verwicklungen von Macht und Erotik in Interviews mit Freiern, die sexuelle Identität und das 'wahre' Begehren der Freier sowie die soziologischen Verhältnisse zwischen Geld, Macht, Potenz, Konsum und Geschlecht in der Prostitution.

Sabine Grenz ist Postdoktorandin im Graduiertenkolleg "Geschlecht als Wissenskategorie" an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Anmeldungen zur Veranstaltung im Museum der Arbeit in Hamburg richten Sie bitte an Karen Ehrhardt (Anmeldeschluss ist der 13. Januar 2006).

Gern steht Ihnen Frau Grenz auch für Hintergrundgespräche oder Interviews zur Verfügung (Kontakt über Karen Ehrhardt)

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Karen Ehrhardt
PR-Referentin
Tel.: 0611-7878-394
Fax: 0611-7878-451
E-Mail: E-Mail an Karen Ehrhardt

Bibliografie:
(Un)Heimliche Lust
Über den Konsum sexueller Dienstleistungen
von Sabine Grenz
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005.
ISBN 3-351-14776-5
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