Das Phänomen "Neue Armut"

logo 13.02.2006

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und Juliane Seifert versammeln Experten aus Wissenschaft und Politik für eine neue Gerechtigkeitspolitik / Buchvorstellung und Pressegespräch im Willy-Brandt-Haus in Berlin am 23. Februar 2006

Wiesbaden, 13. Februar 2006. Deutschland erlebt einen alarmierenden gesellschaftlichen Wandel: Die sozialen Unterschiede verschärfen sich, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich. Zudem stehen dem sozialen Aufstieg vergleichsweise viele Hürden im Weg. Das Problem heißt "Neue Armut" - nicht nur materieller, sondern auch kultureller und sozialer Natur. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und Juliane Seifert haben in Soziales Deutschland einen Sammelband vorgelegt, in dem namhafte Experten aus Wissenschaft und Politik über das Thema "Soziale Exklusion" diskutieren - unter anderem enthält der Band einen Beitrag des SPD-Parteivorsitzenden Matthias Platzeck. Neben Bestandsaufnahmen der sozialen Lage in Deutschland geht es in diesem Band auch um politische Wertvorstellungen, institutionelle Voraussetzungen und Konzeptionen für eine neue Gerechtigkeitspolitik. Am 23. Februar um 14 Uhr stellen Hubertus Heil und Michael Sommer, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), das Buch im Rahmen eines Pressegesprächs im Willy-Brandt-Haus in Berlin (Galerie in der Fotoausstellung "Johannes Rau - Das Leben menschlicher machen", Wilhelmstr. 141, 10963 Berlin-Kreuzberg) der Öffentlichkeit vor.

Einer wachsenden Zahl von reichen Bürgern steht eine immer größere Gruppe von Menschen gegenüber, die als arm gelten. Seit Mitte der achtziger Jahre hat dieser Prozess der "Neuen Armut" oder "Sozialen Exklusion" auch Westeuropa erreicht. In seinem Verlauf werden bestimmte soziale Gruppen in immer größerer Distanz zum Durchschnitt der Gesellschaft nach unten gedrängt und von der Wechselseitigkeit sozialer Beziehungen und wesentlichen Partizipationsmöglichkeiten ausgeschlossen. Arbeitslosigkeit und Armut haben damit eine neue Qualität angenommen. Experten aus Wissenschaft und Politik analysieren im Herausgeberband von Hubertus Heil das Phänomen "Neue Armut" und entwickeln Ansätze, sie zu überwinden. Die Autoren und Autorinnen setzen sowohl dem Abbau des Sozialstaats als auch dem Festhalten an überholten Strukturen das Konzept einer präventiven Sozialpolitik entgegen. Ihr Kern ist die Verzahnung von Bildungs-, Familien-, Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik. Dabei wird deutlich: Wirtschaftliche Dynamik und sozialer Zusammenhalt sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander.

Hubertus Heil ist Bundestagsabgeordneter der SPD und seit November 2005 SPD-Generalsekretär. Juliane Seifert ist Historikerin, Politikwissenschaftlerin und arbeitet derzeit im Büro der Bundestagsabgeordneten Katja Mast.

Anmeldungen zum Pressegespräch im Willy-Brandt-Haus in Berlin richten Sie bitte an Karen Ehrhardt (Anmeldeschluss ist der 22. Februar 2006).

Der VS Verlag für Sozialwissenschaften mit Sitz in Wiesbaden ist ein Unternehmen der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media, Berlin.

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Karen Ehrhardt
PR-Referentin
Tel.: 0611-7878-394
Fax: 0611-7878-451
E-Mail: E-Mail an Karen Ehrhardt

Bibliografie:
Soziales Deutschland
Für eine neue Gerechtigkeitspolitik
herausgegeben von Hubertus Heil und Juliane Seifert
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005.
ISBN 3-351-14798-6
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