Krieg der Kulturen?

23.03.2006
Christoph Butterwegge und Gudrun Hentges leisten Beitrag zur aktuellen Debatte über Migration, Integration und den Einfluss der Massenmedien
Wiesbaden, 23. März 2006. Spätestens seit dem Karikaturenstreit um die zwölf Mohammedfiguren hat sich die öffentliche Diskussion über Migration, soziale Integration und das multikulturelle Zusammenleben verschärft. Die Medien spielen dabei eine Schlüsselrolle in der öffentlichen Meinungsbildung: Sie artikulieren die Meinungen, Bedürfnisse und Probleme der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Der Sammelband der Herausgeber Christoph Butterwegge und Gudrun Hentges geht dem Einfluss der Massenmedien auf die Einstellungen der Menschen zu Migration, Migranten und deren Integration nach. Daneben thematisieren die Beiträge die damit verbundenen Herausforderungen für Journalismus und politische Bildung. Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer kam 2005 zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der von ihm befragten Deutschen der Annahme zustimmen, in Deutschland würden generell zu viele Ausländer leben. Wie kommen solche Meinungen zustande? Sorgen die Medien für Stereotypen und eine gewisse Hysterisierung?
Zentraler Tenor des Sammelbandes:
Die Massenmedien spielen eine Schlüsselrolle in der aktuellen Zuwanderungsdiskussion: Sie filtern wichtige Informationen und beeinflussen so das Bewusstsein der Menschen. Zudem erschließt sich den Menschen die eigene Realität zunehmend über die Rezeption von Massenmedien. Medien liefern dabei nicht nur Zerrbilder von Migranten und ethnischen Minderheiten, die das Denken und Handeln der Einheimischen (negativ) beeinflussen, sondern sie prägen auch deren Haltung zum Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Daher sind eine kritische Medienpädagogik und die interkulturelle Medienbildung unverzichtbar für die politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft.
Mehrere Artikel sind dem Thema Islamismus, Terrorismus und Ausländerkriminalität gewidmet: Angefangen beim 11. September 2001 bis hin zum kürzlichen Karikaturenstreit hat sich die Debatte über das Verhältnis des Westens zum Islam verschärft. Die Wahrnehmung der Menschen über das Thema Islamismus und Terrorismus erfolgt dabei fast ausschließlich über die Medien.
Prof. Dr. Christoph Butterwegge leitet die Abteilung für Politikwissenschaft und ist Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt) an der Universität zu Köln. Prof. Dr. Gudrun Hentges lehrt Politikwissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda.
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Bibliografie:
Massenmedien, Migration und Integration
herausgegeben von Christoph Butterwegge und Gudrun Hentges
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006.
ISBN 3-351-15047-2