Migration, Herkunft und Bildung

29.05.2006
Vertiefende Analysen im Rahmen von PISA 2000: Jürgen Baumert, Petra Stanat und Rainer Watermann untersuchen herkunfsbedingte Disparitäten im Bildungswesen
Wiesbaden, 29. Mai 2006. Seit Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse im Jahr 2001 hat die Debatte um die Bildungssituation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund neue Nahrung erhalten: Der Zugang zu einzelnen Schulformen steht nicht allen Kindern und Jugendlichen in gleicher Weise offen. Im Vergleich zu anderen OECD-Staaten hat sich in Deutschland ein besonders enger und positiver Zusammenhang zwischen schulischem Erfolg und Merkmalen des familiären Hintergrunds von Jugendlichen gezeigt. Sowohl die Sozialschicht als auch der Migrationshintergrund der Familien ist eng mit der Bildungsbeteiligung und dem Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler verknüpft. Jürgen Baumert, Petra Stanat und Rainer Watermann analysieren diese Hintergrundsmerkmale in ihrer Studie .
Es ist ein Anliegen des Bandes, oftmals vernachlässigte theoretische und methodische Standards bewußt zu machen. In den ersten beiden Kapiteln entwickeln Baumert et.al. Konzepte, die sozialen und kulturellen Ressourcen der Herkunftsfamilie zu erfassen sowie diese zum schulischen Kompetenzerwerb in Beziehung zu setzen. Nach der Anpassung der Daten an eine nationale Stichprobe erheben die Autoren das Modell auch auf internationale Gültigkeit. Anschließend wird auch die Zusammenstellung der Schülerschaft in den Mittelpunkt gerückt und die Frage, inwiefern solche Kontexteffekte Einfluß auf die Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen haben. Die letzten beiden Kapitel sind komplett dem Migrationsthema gewidmet: Ein Beitrag thematisiert kontrastierend die Leistungsresulte und Bildungsbeteiligung zweier Zuwanderergruppen aus der ehemaligen Sowjetunion sowie der Türkei.
Prof. Dr. Jürgen Baumert ist Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, Forschungsbereich Erziehungswissenschaft und Bildungssysteme. Dr. Petra Stanat ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, Forschungsbereich Erziehungswissenschaft und Bildungssysteme. Dr. Rainer Watermann ist Professor am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen.
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Bibliografie:
Herkunfsbedingte Disparitäten im Bildungswesen
Vertiefende Analysen im Rahmen von PISA 2000
herausgegeben von Jürgen Baumert, Petra Stanat und Rainer Watermann
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006.
ISBN 3-351-14741-3